CNS von 1886
auf www.CNS1886.de
Club der Navigationsschüler von 1886 (Nautische Verbindung)
Die Geschichte des CNS von 1886


Die "Königlich Preußische Navigationsschule " zur Gründungszeit  des CNS um 1886
- das "rote Schloss am Meer"-

Daß sich Kameradschaft, wie sie im C.N.S. stets vorhanden war, nur an einer,guten“, Seefahrtschule bilden und entwickeln konnte, ist klar. Die ,,Navigationsschule Geestemünde" nahm am 14.l0.1879 im neu errichteten Gebäude am Deich den Unterricht auf - zu einer Zeit also, als die Wirtschaft und damit die Seeschiffahrt aufzublühen begann. Bremen war durch die Versandung der Weser ins Hintertreffen geraten. Bremerhaven war eigentlicher Heimathafen des 1857 gegründeten Norddeutschen Lloyd, als Enclave im umliegenden hannovrischen- und ab 1865 preußischen Gebietes. Schiffswerften erlebten einen Auftragsboom, immer mehr Seeleute mit ihren Familien nahmen Wohnung in Hafennahe. Es gab einen starken Zustrom von Schülern zur Navigationsschule.
Von dieser Entwicklung provitierten die Unterweserorte Lehe und Geestemünde besonders. Die innere Gestaltung der Schule wurde von dem Navigationslehrer und Direktor Jungclaus von Anfang an geprägt, als Nachfolger des ersten Direktors, dem königl. preußischen Navigationsschuldirektor für die Provinz Hannover - Schreiber.



Schlepper vor der damaligen Navigationsschule ca.1910

In diese Zeit fiel die Gründung des ,,C.N.S. von 1886", der den außerdienstlichen Zusammenschluss der Schüler und die Pflege der Kameradschaft zum Ziele hatte. Immer fanden sich ,,Senioren", die sich der jungen Leute annahmen, aus dem Matrosen einen Schiffsoffizier machten, einen Nautiker. Die Entwicklung der Technik veränderte den Lehrplan, Physik wurde notwendig, Schiffs- und
Maschinenkunde wurden selbständige Fächer, Gesundheitsdienst an Bord ein anderes - es wurde eine ,,Prüfungsordnung" eingeführt.

 

Die Weserkorrektion ließ auch große Schiffe wieder Bremen anlaufen, aber Bremerhaven behielt seine Bedeutung. Geestemünde verlor seine Petroleumfahrt an Hamburg, baute aber Fischereiflotte und Hafen aus. Dann kam der erste Weltkrieg. Im August 1914 hörte der Schulunterricht auf - die Schüler wurden zur Marine gerufen. Kurzlehrgänge mussten genügen. 1916 wurde die Schule umbenannt in ,,Seefahrtsschule Geestemünde".


"Seefahrtsschule Geestemünde" um 1918 -rechts oben-  (unser "rotes Schloss am Meer")

Bei Kriegsende gab es kaum Schiffe, aber einen Überfluss an Nautikern - sie wanderten in andere Berufe ab und fehlten dann etwa um 1923, als die zähe Aufbauarbeit der neuen deutschen Handelsflotte begann.



Stiftungsfest 1924 - in der Strandhalle Bremerhaven

Damit begann auch ein neuer Aufbau an den Seefahrtschulen; man musste sich den neuen Anforderungen anpassen. Die Fischerei-Nautiker bekamen- ihre eigene Schulung - die Schule war nun fast zu eng für die in sich geschlossenen Lehrgänge.
Unter Dir. Reuter erfolgte und setzte sich der Ausbau fort, wovon auch der CNS profitierte: die hohen Schülerzahlen brachten einen Höhepunkt im Clubleben. So blieb es auch ab 1933, als W. Reuter durch Dr. G. Zwiebler abgelöst wurde - zum ersten Male ein Akademiker also, der nun der Schule vorstand.



Die MS Europa und MS Bremen 1927 an der Pier des Norddeutschen Lloyd in Bremerhaven


Ihm gelang es aber schnell, sich unterstützt von seinen Lehrern und seinen Fähigkeiten, einen ziemlichen Beliebtheitsgrad zuzulegen. 1938 wurden alle Seefahrtschulen, die bisher den Ländern unterstellt waren, vom ,,Reich" übernommen. Unsere Schule hieß nun: "Reichsseefahrtschule Wesermünde-Cuxhaven", so blieb es bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.


Abschiedkommers 1933

Der Unterrichtsbetrieb sank durch den kriegsbedingten Einsatz der Seeleute; im CNS entstand eine Flaute, fast Stillstand. Im September 1944 ging die Seefahrtschule bei einem Bombenangriff in Flammen auf, es blieben nur kahle Außenmauern und das Fundament. Das ,,rote Schloß am Meer" war nicht mehr- viele, viele Nautiker, die den Geestemünder Vorhafen ansteuerten, dachten mit Wehmut an ,,ihre" Schule, die ihnen doch so viel gegeben hatte. Sie war nie nur Lehrstätte gewesen, sondern ein Stück Werdegang, ein Stück Leben. Jahre sollten vergehen, bis die kahlen Mauern Leben bekamen. Als erstes brachte der Bedarf an Fischerei-Nautikern für die neu aufzubauende Fischereiflotte die Militärregierung dazu, den Lehrbetrieb zu erlauben, er begann 1946. Dann zeigte sich, dass wegen der langen Dauer des Krieges z. B. die Lotsen überaltert waren und Nachwuchs brauchten. Junge Schiffsoffiziere, die ihre Ausbildung nicht hatten abschließen können, drängten heran. Aus Gefangenschaft heimgekehrte Nautiker wollten ihre Kenntnisse auffrischen und erneuern. so begann langsam ein Unterricht, erst in gemieteten Räumen mit dürftiger Ausstattung, mit den ,,alten" Lehrkräften Wilhelm Ahrenholz, Heidtmann, Fleschner, Koch .... und vieler anderer unter der rührigen Leitung von Prof. J. Preuss, Bremen.

                                               
                                                   Kapitän Wilhelm Ahrenholz

1950 begannen die Planungen zum Wiederaufbau der neuen Seefahrtschule, am 31.3.1952  wurde sie in neuer Gestalt eingeweiht. April 1953 begann der erste Lehrgang zum ,,Seesteuermann auf großer Fahrt", im Oktober ein solcher zum Kapitän. So erlebte die Seefahrtschule Bremerhaven-Geestemünde nach zwei Zusammenbrüchen zweimal ein Aufblühen'. Dieser hoffnungsvolle Wiederaufbau wurde erst in den letzten Jahren durch Zusammenlegung mit Bremen und infolge des Rückgangs der deutschen Seeschifffahrt gestoppt.
Neue Entwicklungen der Technik, des Transportwesens und der Schiffsführung erforderten neue Lehrgänge, neue Überlegungen. Die Zeit und ihrer ,,Modernität" entsprechend 1975 aus der ,,Seefahrschule" eine ,,Hochschule" - man wurde akademisch.
Im Fachbereich Nautik wurde Studium angeboten zum Diplom-Nautiker, Kapt. a. gr. Fahrt  AG, Diplom-Wirtschaftsingenieur für Transportwesen, für Kapitäne in mittlerer Fahrt AM, auf kleiner Fahrt AK, und zum Kapt. a. gr. Hochseefischerei BG, dazu Schiffsbetriebstechnik und so fort - die Seefahrt ist anspruchsvoller geworden. 1984 kam die Lehrtätigkeit für den Nautikernachwuchs ganz zum Erliegen - jedenfalls in Bremerhaven, wo doch sonst alle Voraussetzungen vorhanden waren - und damit fehlt dem C.N.S. seine Aktivitas, auch wenn sich seine ,,Altherrenschaft" noch so gut bewährt!




                                          " Alte Herren" sind wir alle nun,
                                   die jüngeren davon rufen wir zu neuem Tun!
                                   Jetzt gilt's, die nächste Zeit mit ihren Tücken
                                      durch vollen Einsatz gut zu überbrücken!
                                      Eines Tages - noch lebt die alte Tugend,
                                   wird's erklingen wie zu Zeiten unser Jugend!
                                      CNS und Seeschifffahrt wird immer leben -
                                           gebt nie auf, danach zu streben!






                                             

 
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Die Ruine der Seefahrtsschule im Jahre 1950 - Foto Archiv CNS


Die neu aufgebaute Seefahrtsschule im Jahre 1954 - Foto Archiv CNS


Anwärter für das Seefunkzeugnis bei Hörübungen in der Funkstation 1954 - Foto Archiv CNS


Neuzeitliche Lehrmittel für den Physik-Untericht 1954   - Foto Archiv CNS


Zukünftige Kapitäne auf großer Fahrt am Manövriertank 1954 - Foto Archiv CNS 


Übungen an den Funkpeilern und dem Radar-Sender 1954 - Foto CNS


Übungen an den Echoloten und der Fischlupe 1954 - Foto Archiv CNS


Zukünftige Fischereikapitäne beim Unterricht am Fahrwassermodell 1954  - Foto Archiv CNS 

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Couleurelemente des C.N.S. 




Farbenband und Zipfelbund – die wichtigsten Couleurelemente des C.N.S.






Diese alten originalen Schmuckstücke, "Zipfel" genannt, gehören zum Archiv des C.N.S.
- es handelt sich hier um einen  Bierzipfel (oben) und einen Mensur Zipfel (unten).



Diese Zipfel wurden von C.N.S. Verbindungsstudenten an einen anderen
C.N.S. Verbindungsstudenten verschenkt - mit dem ein besonderes
Freundschaftsverhältnis bestand. Der Tausch von Zipfeln hatte im C.N.S. Tradition.
Gelegentlich wurden Zipfel auch an Studenten anderer Verbindungen verschenkt.
In allen Fällen beruhte diese Schenkung auf Gegenseitigkeit. 




 
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Geestevorhafen mit der Steuermannsschule (r.o.) um 1910                     Postkarte: CNS Archiv                                             

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Diese Postkarte schrieben Kameraden des CNS von 1886 im Jahre 1904 einem CNS-Kameraden aus Hamburg.
Karte vom Schnelldampfer "Kaiser Wilhelm II" des Norddeutschen Lloyd.








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Diese Postkarte schrieben Kameraden des CNS von 1886 im Jahre 1911 einem CNS-Kameraden aus Berlin.

 





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Diese Postkarten erhielt der damalige CNS Kamerad Kapitän Hermann Stockfisch von
seinen CNS Kameraden in den Jahren 1930, 1931, 1932 und 1933.
Kapitän Hermann Stockfisch war 1930 als erster Offizier auf dem Frachtschiff
"Nünberg" eingesetzt.






Bremerhaven 1930; im Vordergrund die "alte" Kaiserschleuse und im Hintergrund
die Columbuspier.






Columbusbahnhof um 1930









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Geestevorhafen und Steuermanschule im Jahre 1912




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